Liquiditätsmanagement

Liquiditätskredit bei der Rentenbank: Zinsen & Konditionen [09/2026]

Dürre, Afrikanische Schweinepest, Energiepreisschock: Die Landwirtschaftliche Rentenbank stellt betroffenen Betrieben zinsgünstige Liquiditätskredite bereit – aber nur über Hausbanken und nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Dr. Furch & PartnerGerrit Furch|7. September 2026|14 Min Lesezeit

Externe Schocks treffen landwirtschaftliche Betriebe oft ohne Vorwarnung und werden innerhalb weniger Wochen existenzbedrohend. Genau für solche Situationen hat die Landwirtschaftliche Rentenbank ihr Programm „Landwirtschaft – Liquiditätssicherung“ aufgelegt. Es bietet zinsgünstige Darlehen für Betriebe, die durch Extremwetterereignisse oder geopolitische Verwerfungen wie den Krieg in der Ukraine in Liquiditätsnot geraten sind. Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche zählen ebenfalls zu den anerkannten Auslösern. Das Programm läuft befristet bis zum 30. Juni 2028 (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Landwirtschaftliche Rentenbank).

Was unterscheidet die Landwirtschaftliche Rentenbank von einer Geschäftsbank?

Die Landwirtschaftliche Rentenbank wurde im Jahr 1949 als bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Ihr gesetzlicher Förderauftrag ist im Gesetz über die Landwirtschaftliche Rentenbank (LwRentBkG) verankert, das in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4120), zuletzt geändert durch Artikel 17 des Gesetzes vom 22. Dezember 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 411), gilt. Den Grundstock des Eigenkapitals hat die deutsche Land- und Forstwirtschaft zwischen 1949 und 1958 eingebracht. Der Bund trägt die sogenannte Anstaltslast und haftet für die Verbindlichkeiten der Bank (Rentenbank, „Über uns“, rentenbank.de).

Der entscheidende Unterschied zu einer Geschäftsbank liegt in der Vergabestruktur. Die Rentenbank tritt nicht direkt als Kreditgeber gegenüber Landwirten auf. § 3 Abs. 2 LwRentBkG schreibt vor, dass die Gewährung von Darlehen in der Regel über oder zusammen mit anderen Kreditinstituten erfolgen soll. Dieses Durchleitungsprinzip bedeutet: Der Landwirt schließt seinen Kreditvertrag mit der Hausbank, die ihrerseits ein Refinanzierungsdarlehen bei der Rentenbank beantragt. Die Rentenbank ist damit ein Refinanzierungsinstitut, kein Direktkreditgeber.

Wie jedes Kreditinstitut unterliegt die Rentenbank der Aufsicht durch BaFin und die Deutsche Bundesbank. Die Rechtsaufsicht obliegt dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen (Rentenbank, „Über uns“).

Wofür setzt die Rentenbank den Liquiditätskredit ein?

Ein Liquiditätskredit dient der Deckung eines kurzfristigen Bedarfs an liquiden Mitteln. Er wird in der öffentlichen Haushaltswirtschaft auch als Kassenkredit bezeichnet und ist funktional mit einem Dispositionskredit vergleichbar (HaushaltsSteuerung.de, Lexikoneintrag „Liquiditätskredit“). Im Förderkontext der Rentenbank ist der Begriff enger gefasst: Finanziert werden Betriebsmittel und laufende betriebliche Ausgaben, die durch einen externen Schock entstehen. Investitionen in Maschinen, Gebäude oder andere langlebige Vermögensgegenstände sind ausdrücklich ausgeschlossen (Programminformation „PgmInfo-2022-3-EKN-Liqui-Ukraine.pdf“, Rentenbank).

Wer Wachstum oder Modernisierung finanzieren möchte, ist auf die Investitionsprogramme der Rentenbank verwiesen. Das Liquiditätsprogramm ist ein reines Kriseninstrument. Es soll überbrücken, bis ein Betrieb nach einem externen Schock wieder auf eigenen Beinen steht.

Welche Ereignisse lösen den Förderbedarf aus?

Die Programmbedingungen definieren abschließend, welche Schadensursachen einen Anspruch auf das Programm begründen. Für Tierseuchen gilt zusätzlich: Der Betriebssitz oder die Flächen des Unternehmens müssen in der jeweiligen Sperrzone liegen (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank).

Die Rentenbank erkennt dabei nur bestimmte Auslöser an. Wer einen Schaden geltend machen will, der außerhalb dieser Liste liegt, wird keinen Zugang zum Programm erhalten. Anerkannte Auslöser sind nach den Programmbedingungen der Rentenbank:

  • Extremwetterereignisse: Frost, Starkregen, Hagel oder Dürre
  • Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest mit verbundenen Sperrzonenbeschränkungen
  • Ausbruch der Blauzungenkrankheit
  • Ausbruch der Maul- und Klauenseuche
  • Geopolitische Schocks wie der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen

Was finanziert der Liquiditätskredit nicht?

Die Abgrenzung ist wichtig, weil ein falsch beantragtes Programm zu Rückforderungen führen kann. Investitionen in Maschinen, Stallgebäude oder sonstige langlebige Vermögensgegenstände sind mit dem Liquiditätsprogramm nicht finanzierbar. Das Programminformationsschreiben zur Ukraine-Liquiditätssicherung hält das ausdrücklich fest: „Investitionen können mit den Darlehen nicht finanziert werden“ (Rentenbank, „PgmInfo-2022-3-EKN-Liqui-Ukraine.pdf“).

Betriebe, die in eine Krise geraten und gleichzeitig Modernisierungsbedarf haben, müssen die Finanzierung sauber trennen: Liquiditätssicherung für den laufenden Betrieb, Investitionsprogramm für die Substanz.

Wer ist antragsberechtigt für das Programm „Landwirtschaft Liquiditätssicherung“?

Antragsberechtigt sind Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion, ausdrücklich einschließlich Wein- und Gartenbau. Rechtsform und steuerliche Einkunftsart spielen keine Rolle: Einzelunternehmer, GbR, GmbH oder eingetragene Genossenschaft sind gleichermaßen förderfähig. Grundvoraussetzung ist der KMU-Status nach der EU-Definition. Unternehmen, die diese Schwelle überschreiten, können Darlehen zu beihilfefreien Konditionen beantragen (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank; Förderdatenbank des Bundes, Programm „Landwirtschaft – Liquiditätssicherung“).

Für das Ukraine-Sonderprogramm unter der Programmnummer 340 ist der Kreis der Berechtigten weiter gefasst. Dort können zusätzlich Unternehmen der Fischerei und Aquakultur Anträge stellen, sofern ihr Liquiditätsbedarf auf die Folgen des Krieges oder die damit verbundenen Sanktionen zurückzuführen ist (Rentenbank, „PgmInfo-2022-3-EKN-Liqui-Ukraine.pdf“).

Welchen Nachweis müssen Betriebe erbringen?

Ein pauschaler Hinweis auf schlechte Ernte oder gestiegene Kosten reicht nicht aus. Die Programmbedingungen verlangen einen Nachweis von Umsatz- oder Ergebnisrückgängen von mindestens 30 Prozent im betroffenen Betriebszweig gegenüber der Hausbank. Dieser Schwellenwert ist verbindlich und soll sicherstellen, dass das Programm tatsächlich schwer betroffenen Betrieben zugutekommt (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank).

Zusätzlich ist eine Beihilfeerklärung mit Angaben zu allen beantragten De-minimis-Beihilfen einzureichen. Sie wird über die Hausbank an die Rentenbank übermittelt. Formulare und Programmbedingungen stehen auf rentenbank.de bereit. Wer unsicher ist, ob der eigene Betrieb die Voraussetzungen erfüllt und welche Unterlagen tatsächlich ausreichen, findet im Rahmen eines professionellen Liquiditätsmanagements eine strukturierte Grundlage für die Antragstellung.

Welche Konditionen gelten für den Liquiditätskredit der Rentenbank?

Das Programm „Liquiditätssicherung“ bietet Ratendarlehen mit Laufzeiten von 4, 6 oder 10 Jahren. Alle Varianten sehen vierteljährliche Rückzahlungen vor. Standardmäßig ist das erste Jahr tilgungsfrei; auf Wunsch kann der tilgungsfreie Zeitraum auf zwei Jahre verlängert werden, was die Rentenbank mit einem angemessenen Zinsaufschlag verbindet. Außerplanmäßige Rückzahlungen sind für die Dauer der Sollzinsbindung nicht zulässig. Die Auszahlung erfolgt zu 100 Prozent ohne Abzug (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank).

Der Finanzierungsumfang beträgt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Höchstbetrag liegt grundsätzlich bei 10 Millionen Euro je Kreditnehmer und Jahr. Im Einzelfall sind höhere Refinanzierungsbeträge möglich, wobei beihilferechtliche Vorgaben die Obergrenze setzen (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank; Förderdatenbank des Bundes).

Wie funktioniert das risikogerechte Zinssystem der Rentenbank?

Die Rentenbank verwendet ein risikogerechtes Zinssystem (RGZS). Bonität des Kreditnehmers und Qualität der Sicherheiten bestimmen gemeinsam die Preisklasse, die von A bis I reicht. Je Preisklasse gibt es eine maximale Sollzinsobergrenze, die der Sollzinssatz des Endkreditnehmers nicht überschreiten darf. Die Hausbank ordnet den Betrieb einer Preisklasse zu und erläutert dem Kunden die ermittelte Klasse sowie den zugehörigen Zins (Konditionenrundschreiben Nr. 1/2026, Rentenbank).

Die maximalen nominalen Zinsaufschläge je Preisklasse nach dem Konditionenrundschreiben Nr. 1/2026 der Rentenbank:

Preisklasse Maximaler Zinsaufschlag (nominal)
D 1,20 Prozent
E 1,80 Prozent
F 2,50 Prozent
G 3,00 Prozent
H 4,10 Prozent
I 6,40 Prozent

Welche Gebühren und Nebenkosten entstehen?

Die Rentenbank selbst erhebt keine Bearbeitungsgebühren. Falls die Hausbank eine Gebühr für die Bearbeitung des Förderdarlehens berechnet, ist diese auf maximal 1 Prozent der Darlehenssumme, höchstens 1.250 Euro, begrenzt. Diese Deckelung gilt verbindlich und schützt den Kreditnehmer vor überhöhten Hausbankgebühren (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank; Konditionenrundschreiben Nr. 1/2026, Nr. 11/2025 und Nr. 17/2025).

Wer den Kredit nicht sofort vollständig abruft, sollte die Bereitstellungsprovision im Blick behalten. Ab dem Monatsersten fünf Monate nach der Darlehenszusage werden für nicht abgerufene Beträge 1,8 Prozent pro Jahr in Rechnung gestellt (Konditionenrundschreiben Nr. 1/2026, Nr. 11/2025 und Nr. 17/2025, Rentenbank).

Wie haben sich die Zinsen zwischen 2025 und 2026 entwickelt?

Die Konditionenrundschreiben der Rentenbank weisen für Ratendarlehen mit fünfjähriger Laufzeit, jährlicher Tilgung und vierteljährlichen Zinszahlungen folgende nominale Zinssätze aus: 3,30 Prozent im Rundschreiben Nr. 11/2025, 3,40 Prozent im Rundschreiben Nr. 17/2025 (effektiv 3,44 Prozent) und 3,60 Prozent im Rundschreiben Nr. 1/2026. Der leichte Anstieg von Mitte 2025 bis Anfang 2026 spiegelt die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt wider.

In bestimmten Programmen ist zusätzlich ein Zinsbonus für eine gute Klimabilanz möglich. Er beträgt 0,25 Prozent pro Jahr. Führt dieser Abschlag dazu, dass der Zinssatz unter den EU-Referenzzinssatz fällt, entsteht eine beihilferechtlich relevante staatliche Beihilfe, die dann den einschlägigen Beihilferegeln unterliegt. Ob der Zinsbonus im Programm „Liquiditätssicherung“ anwendbar ist, muss anhand der jeweils aktuellen Programmbedingungen geprüft werden (Konditionenrundschreiben Nr. 1/2026, Rentenbank).

Wie läuft die Antragstellung für einen Liquiditätskredit der Rentenbank ab?

Der erste Schritt führt zur Hausbank, nicht zur Rentenbank. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank oder einem frei gewählten Kreditinstitut gestellt werden. Die Rentenbank selbst nimmt keine Direktanträge entgegen. Die Hausbank prüft Bonität und Sicherheiten, ordnet den Kredit einer Preisklasse im RGZS zu und leitet den Refinanzierungsantrag an die Rentenbank weiter (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank; Förderdatenbank des Bundes).

Maßgebendes Datum für die Festlegung der Darlehenskonditionen ist das Eingangsdatum des vollständigen Darlehensantrags der Hausbank inklusive einer gegebenenfalls notwendigen Beihilfeerklärung des Endkreditnehmers bei der Rentenbank (Konditionenrundschreiben Nr. 11/2025 und Nr. 17/2025, Rentenbank).

Welche Unterlagen und Erklärungen sind einzureichen?

Der Kreditnehmer muss gegenüber der Hausbank seinen Liquiditätsbedarf und die Schadensursache belegen sowie den Umsatz- oder Ergebnisrückgang von mindestens 30 Prozent im betroffenen Betriebszweig nachweisen. Darüber hinaus ist eine Beihilfeerklärung mit Angaben zu allen beantragten De-minimis-Beihilfen auszufüllen und über die Hausbank an die Rentenbank zu übermitteln. Alle Formulare stehen auf rentenbank.de bereit (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank).

Für das Ukraine-Programm (Programmnummer 340) ist zusätzlich eine Erklärung über bereits erhaltene Kleinbeihilfen einzureichen. Die Darlehen können Kleinbeihilfen auf Basis der BKR-Bundesregelung Kleinbeihilfen enthalten, die auf dem befristeten Rahmen für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft infolge der Aggression Russlands gegen die Ukraine basiert (Rentenbank, „PgmInfo-2022-3-EKN-Liqui-Ukraine.pdf“).

Was regeln die Allgemeinen Kreditbedingungen für Endkreditnehmer?

Neben dem Kreditvertrag mit der Hausbank gelten die Allgemeinen Kreditbedingungen für Endkreditnehmer (AKB-EKN) der Rentenbank. Sie gehen den allgemeinen AGB der Hausbank vor, soweit Förderdarlehen der Rentenbank refinanziert werden. Die AGB der Hausbank gelten nur subsidiär, also dort, wo die AKB-EKN keine Regelung treffen (AKB-EKN der Rentenbank, Stand September 2024).

Diese doppelte Vertragsstruktur aus Hausbankvertrag und AKB-EKN ist charakteristisch für das Durchleitungsprinzip. Kreditnehmer sollten beide Dokumente vor Unterzeichnung sorgfältig prüfen.

Was sollten Betriebe zur Laufzeit des Programms wissen?

Das Programm „Landwirtschaft – Liquiditätssicherung“ ist befristet. Es läuft längstens bis zum 30. Juni 2028. Anträge müssen innerhalb dieses Zeitfensters gestellt werden. Ob das Programm verlängert oder durch ein Anschlussprogramm ersetzt wird, ist in den vorliegenden Programmbedingungen nicht geregelt (Programmbedingungen „Liquiditaetssicherung-Nr.246.pdf“, Rentenbank).

Betriebe, die absehen, dass sie in den kommenden Jahren von einem der genannten Schadensereignisse betroffen sein könnten, sollten den Antrag frühzeitig stellen. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens eingereicht werden; nachträgliche Anträge sind nicht möglich. Außerplanmäßige Rückzahlungen sind für die Dauer der Sollzinsbindung ausgeschlossen, was bei der Liquiditätsplanung zu berücksichtigen ist.

Was bedeuten die BaFin-Maßnahmen gegenüber der Rentenbank für Kreditnehmer?

BaFin hat im Jahr 2023 und erneut im Jahr 2026 Maßnahmen gegenüber der Landwirtschaftlichen Rentenbank angeordnet. Im August 2023 stellte eine BaFin-Sonderprüfung fest, dass die Prozesse des Informationssicherheitsmanagements und des Auslagerungsmanagements im Bereich der Informationstechnologie nicht den Vorgaben des Kreditwesengesetzes entsprachen. BaFin ordnete mit Schreiben vom 16. Juni 2023 an, die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation nach § 25a Abs. 1 KWG sicherzustellen, und verlangte mit Schreiben vom 20. Juni 2023 zusätzliche Eigenmittel nach § 10 Abs. 3 KWG bis zur Mängelbeseitigung (BaFin, Mitteilung vom 3. August 2023).

Im September 2026 folgte eine weitere Maßnahme. Eine im Jahr 2025 durchgeführte Sonderprüfung hatte ergeben, dass die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation in den geprüften Bereichen, insbesondere den Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit, nur mit Einschränkungen gegeben war. BaFin ordnete erneut die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation nach § 25a KWG und zusätzliche Eigenmittelanforderungen an (BaFin, Mitteilung vom 8. September 2026).

Für Kreditnehmer ändert sich durch diese Maßnahmen nichts Wesentliches. Die Rentenbank bleibt ein reguliertes, bundesunmittelbares Förderinstitut mit Anstaltslast des Bundes. Die BaFin-Anordnungen betreffen interne Organisationsprozesse, nicht die Förderprogramme selbst. Die Förderdarlehen werden weiterhin über Hausbanken ausgereicht; die Programmbedingungen bleiben unverändert.

Liquiditätskredit-Anbieter in Deutschland im Vergleich

Die folgende Übersicht bündelt die wichtigsten Anbieter von Liquiditätskrediten in Deutschland mit ihren Konditionen, Stand September 2026. Bei Sparkassen, Volksbanken und privaten Banken ist der Liquiditätskredit meist ein Kontokorrentkredit mit individuellen, bonitätsabhängigen Konditionen, öffentliche Förderbanken vergeben im Hausbankverfahren.

Anbieter Typ Max. Kredit Zins (Stand 09/2026) Laufzeit
KfW
ERP-Förderkredit KMU (365/366)
Förderbank bis 25 Mio. Euro je Vorhaben; für Betriebsmittel/Warenlager max. 7,5 Mio. Euro (Variante 366 mit Risikoübernahme) bonitätsabhängig (risikogerechtes Zinssystem der KfW, festgelegt durch die Hausbank; Stand 09/2026) bis 20 Jahre
KfW
ERP-Gründerkredit StartGeld (067)
Förderbank bis 200.000 Euro Gesamtfremdfinanzierung; davon bis 80.000 Euro für Betriebsmittel (Anhebung von 50.000 auf 80.000 Euro zum 01.12.2025) bonitätsabhängig, am Zusagetag festgelegt und über die Laufzeit fest (Konditionenübersicht der KfW; Stand 09/2026) bis 5 Jahre (1 tilgungsfreies Jahr) oder bis 10 Jahre (bis 2 tilgungsfreie Jahre)
Landwirtschaftliche Rentenbank
Liquiditätssicherung
Förderbank bis 25 Mio. Euro Kreditnehmerobligo je Jahr (Standardgrenze) bonitätsabhängig nach Preisklasse (LR-Top-Konditionen der Rentenbank; Stand 09/2026) 4, 6 oder 10 Jahre
L-Bank (Baden-Württemberg)
Liquiditätskredit
Förderbank 10.000 bis 5 Mio. Euro (höhere Beträge möglich), bis 100 % der förderfähigen Kosten bonitätsabhängig (Konditionenübersicht der L-Bank; Stand 09/2026) 4, 5, 6, 8, 10 oder 20 Jahre; 0 bis 3 tilgungsfreie Jahre
LfA Förderbank Bayern
Universalkredit (UK5/UK7)
Förderbank bis 25 Mio. Euro je Vorhaben ab 4,55 % p.a. Sollzins (Preisklasse A, 10 Jahre), sonst bonitätsabhängig nach RGZS (Stand 09/2026) 2 bis 20 Jahre; reine Betriebsmittelfinanzierung max. 10 Jahre; 0 bis 3 tilgungsfreie Jahre
NRW.BANK
NRW.BANK.Universalkredit
Förderbank keine feste Obergrenze; bis 100 % der Investitions- und Betriebsmittelkosten ab 4,24 % p.a. Sollzins (Preisklasse A), bonitätsabhängig bis 10,64 % (9 Preisklassen; Stand 09/2026) Betriebsmitteldarlehen max. 10 Jahre; 0 bis 2 tilgungsfreie Jahre
Investitionsbank Berlin (IBB)
Liquiditätshilfen BERLIN
Förderbank bis 1,0 Mio. Euro (in Ausnahmefällen bis 2,5 Mio. Euro) bonitätsabhängig (Refinanzierungszins zzgl. Marge; Stand 09/2026) i. d. R. 5 Jahre, davon bis zu 2 Jahre tilgungsfrei
ISB (Rheinland-Pfalz)
Betriebsmittelkredit RLP (605)
Förderbank bis 5 Mio. Euro bonitätsabhängig (Hausbank nach risikogerechtem Zinssystem der KfW; Stand 09/2026) bis 10 Jahre; bis zu 1 tilgungsfreies Jahr
Sächsische Aufbaubank (SAB)
SAB-Sachsenkredit Universal
Förderbank bis 20 Mio. Euro (Investitions- und Betriebsmitteldarlehen) bonitätsabhängig, kombiniert mit Tilgungszuschuss bis 10 % der Darlehenssumme (Stand 09/2026) programmabhängig (siehe SAB-Merkblatt)
WIBank (Hessen)
Kapital für Kleinunternehmen
Förderbank 25.000 bis 150.000 Euro 7,81 % p.a. nominal (Stand 01.09.2026; zuvor 7,62 % zum 01.08.2026) 7 Jahre mit verbindlichem 1. Tilgungsfreijahr, danach 6 Jahre Ratentilgung
IFB Hamburg
Hamburg-Kredit Wachstum
Förderbank bis 750.000 Euro je Vorhaben (bzw. 1,5 Mio. Euro in drei Kalenderjahren) bonitätsabhängig, durch Landesmittel zusätzlich verbilligte KfW-Refinanzierung (Stand 09/2026) Betriebsmittelfinanzierung bis 5 Jahre (Investitionen bis 10 Jahre)
Bürgschaftsbanken der Länder
Ausfallbürgschaft für Betriebsmittelkredite (auch Bürgschaft ohne Bank)
Förderbank Bürgschaft bis 2,0 Mio. Euro (in einzelnen Ländern bis 2,5 Mio. Euro), i. d. R. bis 80 % des Kreditbetrags kein eigener Zins; Zins des besicherten Hausbankkredits ist bonitätsabhängig; zzgl. Bürgschaftsprovision und ca. 1,5 % Bearbeitungsgebühr (Stand 09/2026) für Betriebsmittelkredite meist bis 8 Jahre
Sparkassen (regional)
Kontokorrent-/Betriebsmittelkredit
Hausbank individuell vereinbarte Kreditlinie (kein öffentlicher Höchstbetrag) individuell/bonitätsabhängig (kein öffentlicher Festzins; Kontokorrentzinsen liegen deutlich über klassischen Investitionskrediten) revolvierende Kreditlinie ohne feste Rückzahlungstermine
Volksbanken Raiffeisenbanken (regional)
Betriebsmittelkredit / Kontokorrentkredit
Hausbank individuell vereinbarte Kreditlinie (kein öffentlicher Höchstbetrag) individuell/bonitätsabhängig (kein öffentlicher Festzins) revolvierende Kreditlinie, flexibel in Höhe und Laufzeit
Commerzbank
Gewerbekredit / Kontokorrentkredit
Hausbank individuelle Kreditlinie; bis 100.000 Euro Kontokorrent teils direkt im Beratungsgespräch individuell/bonitätsabhängig (kein öffentlicher Festzins; abhängig von Bonität und Geschäftsentwicklung) revolvierende Kreditlinie ohne feste Rückzahlungstermine
Dr. Volker Furch
Fachlich geprüft

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Häufige Fragen zum Liquiditätskredit der Rentenbank

Wie hoch sind die Zinsen für einen Kredit bei der Rentenbank?

Die Zinsen richten sich nach dem risikogerechten Zinssystem (RGZS) der Rentenbank. Bonität und Sicherheiten des Kreditnehmers bestimmen die Preisklasse (A bis I), die wiederum die maximale Sollzinsobergrenze festlegt. Für Ratendarlehen mit fünfjähriger Laufzeit lagen die nominalen Zinssätze laut Konditionenrundschreiben bei 3,30 Prozent (Nr. 11/2025), 3,40 Prozent (Nr. 17/2025) und 3,60 Prozent (Nr. 1/2026). Hinzu kommen je nach Preisklasse Zinsaufschläge von 1,20 Prozent (Klasse D) bis 6,40 Prozent (Klasse I).

Was ist ein Liquiditätskredit?

Ein Liquiditätskredit dient der kurzfristigen Deckung von Liquiditätslücken und laufenden Betriebsausgaben. Er ist funktional mit einem Dispositionskredit vergleichbar. Im Förderkontext der Rentenbank ist er ausschließlich für Betriebsmittel und laufende betriebliche Ausgaben vorgesehen, nicht für Investitionen in langlebige Vermögensgegenstände.

Was ist das Rentenbank-Liquiditätsprogramm?

Das Programm „Landwirtschaft – Liquiditätssicherung“ der Rentenbank stellt zinsgünstige Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe bereit, die durch Extremwetterereignisse oder geopolitische Schocks in Liquiditätsnot geraten sind. Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest zählen ebenfalls zu den anerkannten Auslösern. Das Programm läuft befristet bis zum 30. Juni 2028, bietet Laufzeiten von 4, 6 oder 10 Jahren und finanziert bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 10 Millionen Euro je Kreditnehmer und Jahr.

Was ist die Landwirtschaftliche Rentenbank?

Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1949. Ihr gesetzlicher Auftrag nach dem LwRentBkG ist die Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums. Sie vergibt Förderdarlehen nicht direkt, sondern leitet sie über Hausbanken durch. Der Bund trägt die Anstaltslast und haftet für ihre Verbindlichkeiten.

Wer kann einen Liquiditätskredit bei der Rentenbank beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion einschließlich Wein- und Gartenbau, unabhängig von Rechtsform und steuerlicher Einkunftsart. Grundvoraussetzung ist der KMU-Status nach EU-Definition; Nicht-KMU können zu beihilfefreien Konditionen gefördert werden. Für das Ukraine-Sonderprogramm (Programmnummer 340) sind zusätzlich Unternehmen der Fischerei und Aquakultur antragsberechtigt.

Wie lange läuft das Programm „Landwirtschaft Liquiditätssicherung“ der Rentenbank?

Das Programm ist befristet und läuft längstens bis zum 30. Juni 2028. Anträge müssen vor diesem Datum und vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank gestellt werden. Ob das Programm verlängert oder durch ein Anschlussprogramm ersetzt wird, ist in den aktuellen Programmbedingungen nicht geregelt.

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