Insolvenzberatung

Feneberg-Insolvenz: Rewe und LEH Allgäu übernehmen die Märkte

Die Feneberg Lebensmittel GmbH durchläuft seit Anfang 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Rewe und die regionale LEH Allgäu GmbH haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet, die rund 3.700 Arbeitsplätze sichern soll.

Dr. Furch & PartnerGerrit Furch|9. Oktober 2026|12 Min Lesezeit

Seit dem Jahr 1947 versorgt Feneberg das Allgäu mit Lebensmitteln. Mehr als 70 Märkte, knapp 3.700 Beschäftigte, ein Jahresumsatz von rund 547 Millionen Euro. Am 22. Dezember 2025 stellte die Kemptener Lebensmittelkette beim Amtsgericht Kempten einen Insolvenzantrag. Was folgte, ist ein Lehrstück darüber, wie sich strukturelle Lasten über Jahre aufbauen können, bis eine Sanierung aus eigener Kraft rechnerisch ausgeschlossen ist.

Bemerkenswert ist, was nicht passierte: Alle Filialen blieben geöffnet, die Lieferanten belieferten das Unternehmen weiter, und die Löhne flossen pünktlich. Mit Rewe und der regionalen LEH Allgäu GmbH steht eine Investorenlösung, die die Marke Feneberg erhalten soll. Fünf Standorte werden aufgegeben. Wer als Lieferant oder Gutscheininhaber Forderungen hatte, musste diese bis zum 20. Mai 2026 anmelden.

Warum steckt Feneberg im Insolvenzverfahren?

Feneberg trägt eine Schuldenlast von rund 200 Millionen Euro, davon allein etwa 100 Millionen Euro an Pensionsverpflichtungen gegenüber der Pensionssicherungskasse (Quellen: Allgäuer Zeitung, B4B Schwaben). Das Eigenkapital war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags mit rund 70 Millionen Euro negativ, laut B4B Schwaben. Der Geschäftsbericht 2024/25 wies einen Verlust von rund zehn Millionen Euro aus; die Unternehmensdatenbank firmendata.com nennt für das Jahr 2024 einen Jahresverlust von 7,8 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von rund 187 Millionen Euro.

Das Amtsgericht Kempten nannte im Eröffnungsbeschluss vom 1. April 2026 ausdrücklich drohende Zahlungsunfähigkeit als Insolvenzgrund. Nach § 18 InsO liegt dieser Tatbestand vor, wenn ein Unternehmen voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein wird, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, ohne dass bereits eine akute Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO eingetreten ist. Feneberg hatte diesen Punkt noch nicht überschritten, befand sich aber in einer Lage, aus der heraus ein gerichtlicher Rahmen unumgänglich war.

Wie lange war die Krise schon absehbar?

Bereits im Jahr 2019 verzichteten Teile der Belegschaft auf Lohn, um das Unternehmen zu entlasten. Das ist ein früher Hinweis auf die angespannte Finanzlage, auch wenn genaue Prozentsätze oder Vereinbarungsdetails öffentlich nicht dokumentiert sind (Quelle: Rundschau). Im Jahr 2023 wurde das hohe Defizit der Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods bekannt, die eine hauseigene Metzgerei betrieb. Im Jahr 2025 begab sich Allgäu Fresh Foods selbst unter den Schutzschirm; eine fränkische Metzgereigruppe übernahm mehr als die Hälfte des Unternehmens. Die Nachwirkungen dieser Insolvenz belasteten die Muttergesellschaft zusätzlich (Quellen: Rundschau, t-online).

Hinzu kamen strukturelle Defizite im Filialnetz, die von mehreren Fachmedien als Krisenursache genannt werden, ohne dass konkrete Kennzahlen zur Flächenproduktivität öffentlich verfügbar wären. Die Kombination aus Pensionslast, Tochterverlusten und Filialstruktur hat das Eigenkapital über Jahre aufgezehrt.

Was hat die Bilanz so stark belastet?

Der größte Einzelposten auf der Schuldenseite sind die Pensionsverpflichtungen. Rund 100 Millionen Euro schuldet Feneberg der Pensionssicherungskasse für ausgeschiedene Mitarbeitende. Das entspricht der Hälfte der Gesamtschulden von rund 200 Millionen Euro und fast einem Fünftel des Jahresumsatzes von rund 547 Millionen Euro.

Daneben stehen Verbindlichkeiten gegenüber der Edeka-Gruppe und der Sparkasse als weitere bedeutende Gläubiger. Konkrete Beträge für diese Positionen nennen die öffentlichen Quellen nicht. Das negative Eigenkapital von rund 70 Millionen Euro zeigt, dass das Unternehmen bilanziell überschuldet war, auch wenn der formale Insolvenzgrund drohende Zahlungsunfähigkeit lautete. Wer in einer vergleichbaren Lage wissen möchte, ob ein Insolvenzantrag wirklich unumgänglich ist, findet in einer frühzeitigen Insolvenzberatung innerhalb weniger Tage eine belastbare Einschätzung seiner Situation.

Eigenkapitalquote (vereinfacht)
Eigenkapital ÷ Bilanzsumme × 100 Prozent

Bei einem negativen Eigenkapital von rund 70 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von rund 187 Millionen Euro (Quelle: firmendata.com, Jahr 2024) ergibt sich eine negative Eigenkapitalquote von rund minus 37 Prozent. Die Schulden übersteigen das Vermögen erheblich.

Wie lief das Schutzschirmverfahren ab?

Der Insolvenzantrag ging laut Insolvenzbekanntmachungen am 22. Dezember 2025 beim Amtsgericht Kempten ein. Anfang Januar 2026 beantragte Feneberg zusätzlich ein Schutzschirmverfahren. Die Allgäuer Zeitung nennt den 8. Januar 2026, die Lebensmittel Zeitung und t-online nennen den 9. Januar 2026. Dieser Widerspruch lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht auflösen; sicher ist, dass das Verfahren in der ersten Januarwoche 2026 eingeleitet wurde.

Am 1. April 2026 eröffnete das Amtsgericht Kempten das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Schutzschirmverfahren ging damit nach rund drei Monaten in das reguläre Verfahren über. Die operative Führung blieb bei der Geschäftsleitung um Christof und Amelie Feneberg sowie dem Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold. Zum Sachwalter bestellte das Gericht Prof. Dr. Martin Hörmann aus Ulm (Quelle: Kreisbote).

Was ist ein Schutzschirmverfahren und was bedeutet Eigenverwaltung?

Das Schutzschirmverfahren ist in § 270b InsO geregelt. Es erlaubt einem Unternehmen, das drohend zahlungsunfähig oder überschuldet ist, aber noch nicht akut zahlungsunfähig, unter gerichtlichem Schutz einen Insolvenzplan vorzubereiten, ohne die Kontrolle an einen externen Insolvenzverwalter abgeben zu müssen. Ein vorläufiger Sachwalter überwacht das Verfahren, greift aber nicht in die operative Leitung ein.

Die Eigenverwaltung nach § 270 InsO setzt dieses Prinzip im regulären Insolvenzverfahren fort. Der Schuldner behält die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis, der Sachwalter kontrolliert. Für Feneberg bedeutete das: Geschäftsleitung und Sanierungsgeschäftsführer steuerten das Unternehmen weiter, während Prof. Dr. Hörmann die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überwachte.

Welche Fristen waren für Gläubiger entscheidend?

Gläubiger, also Lieferanten, Gutscheininhaber und alle weiteren Forderungsberechtigten, mussten ihre Insolvenzforderungen bis spätestens Mittwoch, den 20. Mai 2026, schriftlich beim Sachwalter anmelden. Diese Frist ist insolvenzrechtlich bindend. Wer sie versäumt, riskiert, im Verteilungsverfahren nicht berücksichtigt zu werden.

Neben der Anmeldefrist gab es weitere Termine, die den Verfahrensablauf strukturierten und für alle Beteiligten verbindlich waren. Für die Verfahrensstruktur waren folgende Termine maßgeblich:

  • Berichtstermin, Gläubigerversammlung und Prüfungstermin: Mittwoch, 10. Juni 2026, 10 Uhr, Big Box Allgäu, Kotterner Straße 62–64, Kempten
  • Anmeldung der Rewe-Übernahme von 35 Standorten beim Bundeskartellamt: 16. Juli 2026
Verfahrensschritt Datum
Eingang Insolvenzantrag beim AG Kempten 22. Dezember 2025
Beantragung Schutzschirmverfahren 8. oder 9. Januar 2026 (Quellenabweichung)
Eröffnung Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung 1. April 2026
Forderungsanmeldefrist für Gläubiger 20. Mai 2026
Berichtstermin und Gläubigerversammlung 10. Juni 2026, Big Box Allgäu, Kempten
Kartellrechtliche Anmeldung Rewe beim Bundeskartellamt 16. Juli 2026

Wer sind die Hauptgläubiger von Feneberg?

Die Pensionssicherungskasse steht mit rund 100 Millionen Euro an der Spitze der Gläubigerliste. Sie tritt immer dann ein, wenn ein Unternehmen betriebliche Altersversorgungen nicht mehr aus eigener Kraft bedienen kann. Im Fall Feneberg handelt es sich um Ansprüche ausgeschiedener Mitarbeitender, die über Jahrzehnte aufgelaufen sind.

Neben der Pensionssicherungskasse nennen die Allgäuer Zeitung und B4B Schwaben übereinstimmend die Edeka-Gruppe und die Sparkasse als bedeutende Gläubiger, ohne konkrete Beträge für diese Positionen zu nennen. Edeka war bis zur Investorenlösung zugleich Kooperationspartner und Lieferant, was die Gläubigerstellung besonders komplex macht. Zu den weiteren Gläubigergruppen zählen:

  • Lieferanten mit offenen Warenlieferungsforderungen
  • Inhaber von Feneberg-Gutscheinen (insolvenzrechtlich als Gläubiger eingestuft)
  • Sonstige Vertragspartner und Dienstleister

Wird Feneberg von Rewe übernommen?

Eine Investorenvereinbarung zwischen der Rewe Group, der Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und der LEH Allgäu GmbH des Geschäftsmanns Alexander Pade wurde unterzeichnet (Quelle: Rundschau). Rewe übernimmt rund 30 Filialen sowie die Landbäckerei Sinz, die LEH Allgäu GmbH übernimmt rund 35 Märkte und führt die Zentrale in Kempten weiter. Fünf Standorte werden aufgegeben. Von den 72 Märkten, die Feneberg zum Zeitpunkt des Insolvenzverfahrens betrieb, sollen also rund 67 erhalten bleiben.

Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grub Brugger, die Feneberg im Verfahren begleitet, wird von der Allgäuer Zeitung mit dem Satz zitiert, alle Märkte sollen übernommen werden. Ziel der Vereinbarung ist laut Rundschau, die Märkte, die Nahversorgung und rund 3.700 Arbeitsplätze zu erhalten. Bis die Übernahme rechtswirksam wird, müssen allerdings noch zwei Hürden genommen werden:

  • Ein Insolvenzplan muss beim Amtsgericht Kempten eingereicht und von Gericht sowie Gläubigerversammlung genehmigt werden (§§ 217 ff. InsO).
  • Das Bundeskartellamt muss die Übernahme von 35 Standorten durch Rewe freigeben. Die Anmeldung erfolgte am 16. Juli 2026. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sieht im Vorprüfverfahren eine Frist von einem Monat vor; bei wettbewerblichen Bedenken kann ein Hauptprüfverfahren von bis zu vier weiteren Monaten folgen.

Was passiert mit der Marke Feneberg und der Eigenmarke „Von Hier“?

Die LEH Allgäu GmbH betreibt die übernommenen Märkte ausdrücklich unter dem Namen Feneberg weiter. Die bei Kunden beliebte Eigenmarke „Von Hier“, die regionale Produkte besonders hervorhebt, soll laut dem Burgberg-Bericht der Allgäuer Zeitung fortgeführt werden. Die Marke bleibt in der Region präsent, auch wenn sich die Eigentümerstruktur grundlegend verändert.

Auf der Sortimentsseite gibt es eine klare Verschiebung: Rewe tritt als neuer Lieferpartner an die Stelle von Edeka. Edeka-Eigenmarken wie „Gut und günstig“ werden in den betroffenen Märkten durch Rewe-Eigenmarken wie „Ja“ ersetzt. Das erfordert eine vollständige Umstellung der Kassen- und Bestellsysteme an jedem betroffenen Standort.

Welche kartellrechtlichen Hürden müssen noch genommen werden?

Das Bundeskartellamt prüft seit dem 16. Juli 2026 die Übernahme von 35 Feneberg-Standorten durch Rewe. Im Vorprüfverfahren hat das Amt nach dem GWB einen Monat Zeit ab Eingang einer vollständigen Anmeldung. Reicht diese Zeit nicht aus, weil weitere Ermittlungen nötig sind oder wettbewerbliche Bedenken bestehen, schließt sich ein Hauptprüfverfahren an, für das maximal vier weitere Monate zur Verfügung stehen.

Parallel läuft das insolvenzrechtliche Verfahren beim Amtsgericht Kempten. Erst wenn sowohl das Kartellamt grünes Licht gibt als auch Gericht und Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zustimmen, kann die Übernahme vollzogen werden. Über die genaue Investitionssumme der Käufer liegen keine öffentlichen Informationen vor.

Welche Feneberg-Filialen schließen?

Fünf Standorte werden im Zuge der Neustrukturierung aufgegeben. Konkrete Standortlisten sind öffentlich nicht veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass Feneberg insgesamt 72 Märkte betreibt und dass von diesen rund 67 von Rewe oder LEH Allgäu übernommen werden sollen (Quelle: Allgäuer Zeitung, Burgberg-Bericht).

Was öffentlich dokumentiert ist, betrifft keine dauerhaften Schließungen, sondern temporäre Unterbrechungen für die Systemumstellung. Die Filiale in Burgberg im Allgäu war vom 25. bis zum 27. August 2026 geschlossen und öffnete am 28. August 2026 wieder regulär. Diese Schließung hat keinen Zusammenhang mit einer insolvenzrechtlichen Betriebsunterbrechung.

Was steckt hinter den temporären Schließungen einzelner Märkte?

Der Wechsel des Lieferpartners von Edeka zu Rewe erfordert in jeder betroffenen Filiale eine vollständige Umstellung der Kassen- und Bestellsysteme. Dafür bleibt jeder Markt für drei Tage geschlossen. Auf der Feneberg-Website wird dieser Vorgang als „Systemupdate“ angekündigt (Quelle: Allgäuer Zeitung).

Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold betont, der Geschäftsbetrieb laufe in vollem Umfang weiter. Die temporären Schließungen sind technisch bedingt und folgen einem geplanten Rollout-Zeitplan, der sich über mehrere Wochen erstreckt.

Was bedeutet die Insolvenz für Beschäftigte, Lieferanten und Kunden?

Für alle drei Gruppen gilt in einem Punkt dasselbe: Der Geschäftsbetrieb hat nie geruht. Alle Filialen blieben geöffnet, Löhne flossen pünktlich, und die Lieferanten setzten ihre Belieferung ohne Unterbrechung fort. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung ist das kein Automatismus, sondern das erklärte Ziel des Verfahrens.

Das folgende Fallbeispiel zeigt, wie sich die Schuldenlast auf eine vereinfachte Bilanzstruktur auswirkt und warum eine Sanierung aus eigener Kraft nicht mehr möglich war. Ein Lebensmitteleinzelhändler mit einem Jahresumsatz von rund 547 Millionen Euro weist in seiner Bilanz eine Bilanzsumme von rund 187 Millionen Euro aus. Gleichzeitig bestehen Verbindlichkeiten von rund 200 Millionen Euro, davon rund 100 Millionen Euro an Pensionsverpflichtungen. Das Eigenkapital ist mit rund minus 70 Millionen Euro negativ, der laufende Jahresverlust beträgt rund 10 Millionen Euro. Selbst wenn das Unternehmen den Verlust auf null reduzieren könnte, würde es bei diesem Eigenkapitaldefizit viele Jahre brauchen, um bilanziell wieder in positives Terrain zu kommen. Eine Sanierung aus eigener Kraft ist unter diesen Bedingungen rechnerisch ausgeschlossen.

Kennzahl Betrag
Jahresumsatz (im Jahr 2024) rund 547 Millionen Euro
Bilanzsumme (im Jahr 2024) rund 187 Millionen Euro
Gesamtschulden rund 200 Millionen Euro
davon Pensionsverpflichtungen rund 100 Millionen Euro
Eigenkapital (negativ) rund minus 70 Millionen Euro
Jahresverlust (2024/25) rund 10 Millionen Euro

Wie sicher sind die Arbeitsplätze bei Feneberg?

Das erklärte Ziel der Investorenlösung ist der Erhalt von rund 3.700 Arbeitsplätzen in Märkten und Zentrale (Quelle: Rundschau). Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grub Brugger bestätigt, dass alle Märkte übernommen werden sollen und dass die überwiegende Zahl der Stellen in der Kemptener Zentrale erhalten bleibt. Zu Sozialplänen, Vertragsanpassungen oder möglichen Änderungen von Arbeitsbedingungen liegen öffentlich keine Informationen vor.

Die Zahl von 3.700 Arbeitsplätzen korrespondiert mit dem Eintrag in der Unternehmensdatenbank firmendata.com, der für das Jahr 2024 exakt 3.696 Mitarbeitende nennt. B4B Schwaben nennt rund 3.000 Mitarbeitende, was auf unterschiedliche Stichtage oder Rundungen hindeutet.

Was müssen Lieferanten jetzt tun?

Die Forderungsanmeldefrist beim Sachwalter Prof. Dr. Martin Hörmann war der 20. Mai 2026. Wer diese Frist versäumt hat, sollte rechtlichen Rat einholen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Nachtragsanmeldung möglich ist. Für laufende Lieferbeziehungen gilt laut Aussage von Sanierungsgeschäftsführer Leibold, dass die Belieferung uneingeschränkt weiterläuft.

Mit dem Abschluss der Investorenlösung wechselt die Lieferpartnerrolle von Edeka zu Rewe. Lieferanten, die bisher über die Edeka-Struktur an Feneberg geliefert haben, sollten prüfen, wie sich ihre Vertragsbeziehungen im Zuge dieses Wechsels verändern. Details dazu sind öffentlich nicht dokumentiert.

Was gilt für Inhaber von Feneberg-Gutscheinen?

Gutscheininhaber gelten insolvenzrechtlich als Gläubiger. Ihre Forderungen mussten bis zum 20. Mai 2026 beim Sachwalter angemeldet werden (Quelle: Kreisbote). Ob Gutscheine im laufenden Betrieb weiterhin eingelöst werden können und in welchem Umfang, ist öffentlich nicht dokumentiert. Wer einen Feneberg-Gutschein hält und noch keine Forderung angemeldet hat, sollte anwaltlichen Rat einholen.

Dr. Volker Furch
Fachlich geprüft

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Häufige Fragen zur Feneberg-Insolvenz im Jahr 2026

Wird Feneberg von Rewe übernommen?

Rewe, die Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und die LEH Allgäu GmbH haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet. Rewe soll rund 30 Filialen sowie die Landbäckerei Sinz übernehmen, die LEH Allgäu GmbH rund 35 Märkte unter der Marke Feneberg. Fünf Standorte werden aufgegeben. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe durch das Bundeskartellamt und der Genehmigung des Insolvenzplans durch Gericht und Gläubigerversammlung.

Wie ist die aktuelle Lage von Feneberg?

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. April 2026 eröffnet. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Aussage von Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold in vollem Umfang weiter: Alle Filialen sind geöffnet, alle Lieferanten beliefern das Unternehmen. Die Investorenlösung mit Rewe und LEH Allgäu ist vereinbart, aber noch nicht vollzogen, weil kartellrechtliche und insolvenzrechtliche Genehmigungen ausstehen.

Wie viele Schulden hat Feneberg?

Feneberg hat rund 200 Millionen Euro Schulden und Rückstellungen, davon entfallen etwa 100 Millionen Euro auf Pensionsverpflichtungen gegenüber der Pensionssicherungskasse. Das Eigenkapital war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags mit rund 70 Millionen Euro negativ. Diese Zahlen nennen übereinstimmend die Allgäuer Zeitung und B4B Schwaben.

Welche Feneberg-Filialen schließen?

Im Zuge der Neustrukturierung werden fünf der 72 Feneberg-Standorte aufgegeben. Konkrete Standortlisten sind öffentlich nicht veröffentlicht. Einzelne Märkte schließen vorübergehend für jeweils drei Tage, um Kassen- und Bestellsysteme auf Rewe umzustellen. Diese technischen Schließungen sind keine dauerhaften Aufgaben von Standorten.

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